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Gerhard Otto Klier

Neunkirchen am Brand (D)
* 7. Juni 1942 (Böhmen)

 

Sohn und Schüler von Otto Klier (1906 - 1983). nach Besuch und Matura-Abschluss der Gewerbefachschule für Musikinstrumentenbau und der Musikschule Graslitz (1956 - 1960), der nachfolgenden Forschungs- und Fachlehrertätigkeit dort sowie der Mitaarbeit in der väterlichen Werkstatt in Gossengrün (1961 - 1966) übersiedelte die Familie 1967 nach Bayern. Bis 1974 arbeitet er als Geselle bei Geigenbaumeister Wenzel Fuchs in Eltersdorf (Erlangen). 1974 - 1975 legt er in München und Mittenwald die Meisterprüfung ab, macht sich im fränkischen Neunkirchen am Brand selbständig und widmet sich vor allem der individuellen Anfertigung von Geigen und Bratschen; zusätzliche Tätigkeit beim Nürnberger Geigenbauatelier ab 1991 als auch bei der nachfolgenden ViolinART Galerie ab 1998.

Die Tradition des Geigenbaues reicht bei Gerhard O. Klier gen. LOUDONI (der Hausname) ununterbrochen bis zum Urgroßvater Benedikt Klier in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Großvater Andreas Klier arbeitete zunächst allein, später dann mit seinen Söhnen (5 Geigenbauer und ein Musiker/Geiger) an verschiedenen Orten außerhalb seiner Heimatstadt Schönbach. Neben Stockholm, Hamburg, Brünn und Budapest waren die längsten Aufenthalte im schwäbischen Trossingen sowie in Wiens Nachbarstadt Preßburg, wo er dann auch die Werkstattleitung an Sohn Otto Klier weitergegeben hat. Der andere herausragende Geigenbauer in der Familie war Roman Klier, der viel zu früh verstorbene (46 Jahre) zweite Sohn von Andreas Klier; als hervorragender Restaurator und guter Kenner alter Instrumente war er unmittelbarer Vorgänger von Simone F. Sacconi in der Werkstatt der Firma Wurlitzer in New York.
Erfahrungen und Kenntnisse einiger Generationen als auch verschiedener Geigenbau-Traditionen wurden hier nicht einfach nur überliefert, vielmehr verpflichteten sie dazu, sich immer wieder auf die ursprünglichen Maßstäbe und Werte der Geigenbaukunst zu besinnen.

Die Arbeiten von G. O. Klier sindd zwar überwiegend durch eigene Vorstellungen gekennzeichnet (besonders bei den Bratschen, z.B. Modell B mit Korpuslängen von 39,5 cm bis 41,5 cm), gleichermaßen versucht er jedoch auch den überlieferten Erfahrungsschatz der Vorfahren einzubringen (letzteres mehr bei den Geigen). Hier waren stilistisch zunächst Amati und Gagliano seine Vorbilder, später vor allem Guarneri del Gesu. Nach Konstruktionsanalysen und Nachbauten der Original-Instrumente von J. Stainer (1675) und A. Stradivari (1667) sowie umfangreichen Experimenten an einem neuen Viola-Modell (der "asymmetrischen" Bratsche und des Quintons in verschiedenen Korpuslängen von 36,6 cm bis 42,5 cm, mit vier und fünf Saiten, in moderner als auch barocker Bauweise), gelingt es ihm nach eigenen Entwürfen Instrumente sozusagen als Unikate von anspruchsvoller Klangqualität und einer bemerkenswerten Ästhetik der äußeren Beschaffenheit anzufertigen. Um die Harmonie von Form, Klang und Stil optisch zu vervollkommnen ist das Lackbild oft "antik" gestaltet. Ein solches Exemplar - als stilistische Studie nach einem Original von Jakobus Stainer - befindet sich seit über 20 Jahren im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.
Als Preisträger der ersten Deutschen Geigenbau-Wettbewerbe 1980 und 1983 in Wiesbaden (u.a. die Goldmedaille des VDG Stuttgart für die individuellste Arbeit bei 2 Violen) fand seine erfolgreiche Tätigkeit schon früh eine wertvolle offizielle Anerkennung. Dem zeitgenössischen Geigenbau fühlt G.O.K. sich gleichermaßen verpflichtet: U.a. publizierte er wiederholt in Fachzeitschriften über und zu wichtigen Veranstaltungen um die neue Geige. Bei Ausstellungen, Wettbewerben und als Mitglied diverser Fachgruppierungen setzt er sich öffentlich und engagiert dafür ein, der neuen Geige jene Anerkennung zukommen zu lassen, die ihr tatsächlich gebührt.

Aktive und passive (Gast-)Mitgliedschaften in: AEL, VDG, DVG/TVS, ESTA, Streichinstrumenten-Innung Erlangen, Meisterprüfungsausschuss Nürnberg und mit großer Freude bei den obligaten Violinen im Erlanger Kammerorchester.

 

ViolinART Galerie Nürnberg, c/o Gerhard Klier, Geigenbaumeister, Alte Dormitzer Str. 8, 91077 Neunkirchen a. Brand, Tel. 0911-241247, 09134-995960

 

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